Der Weg zum klimaneutralen Gewerbegebiet

Die Zukunft industrieller Standorte entscheidet sich oft an Orten, die lange wenig Beachtung fanden: in Gewerbe- und Industriegebieten.
Hier treffen Energiebedarf, wirtschaftliche Entwicklung und kommunale Planung unmittelbar aufeinander – und hier entstehen neue Chancen für eine klimaneutrale Energieversorgung.
In der Fachzeitschrift PLANERIN (1/2026) des SRL – Vereinigung für Stadt-, Regional- und Landesplanung – ist jetzt unser Beitrag erschienen:
„Der Weg zum klimaneutralen Gewerbegebiet – Bestand transformieren.
Weichen in der Neuplanung stellen. Wärmeplanung einbeziehen.“
- hier geht es zum Original-Artikel aus der PLANERIN
- hier liegt eine grafisch erweiterte Version (Mitteilung der EnergieWerkStadt)
Deutschland befindet sich mitten in einer energie- und industriepolitischen Umbruchphase. Hohe Energiepreise, volatile Märkte, internationale Konflikte und eine wachsende Standortkonkurrenz innerhalb Europas stellen Kommunen, Länder und Unternehmen vor neue strategische Fragen.
Viele dieser Fragen entscheiden sich nicht auf der Ebene von Bundesgesetzen oder Förderprogrammen – sondern ganz konkret vor Ort: in Gewerbe- und Industriegebieten.
Dort treffen Energiebedarf, wirtschaftliche Entwicklung und kommunale Planung unmittelbar aufeinander.
Gewerbegebiete sind keine Randflächen der Energiewende – sie sind ihre wichtigsten Knotenpunkte
Rund ein Fünftel der deutschen Siedlungs- und Verkehrsfläche entfällt auf Gewerbe- und Industriegebiete. Hier bündeln sich hohe Strom- und Wärmebedarfe, industrielle Abwärmepotenziale, große Dachflächen für Photovoltaik sowie Logistik- und Infrastrukturnetze.
Gleichzeitig sind diese Räume besonders von Hitze, Versiegelung und Klimarisiken betroffen.
Gerade deshalb können sie zu zentralen Bausteinen der Energie- und Klimatransformation werden. Wer Gewerbegebiete systemisch weiterentwickelt, stärkt nicht nur den Klimaschutz, sondern auch Resilienz, Wettbewerbsfähigkeit und Investitionsattraktivität ganzer Regionen.
Vom Risiko zu strategischen Infastruktur
Die im Artikel vorgestellte Studie „KLING – Klimaneutrale Gewerbegebiete“ zeigt anhand realer Referenzgebiete, wie fossile Abhängigkeiten schrittweise reduziert und lokale Potenziale konsequent genutzt werden können.
Die Analysen zeigen: Bei systemischer Planung kann der fossile Primärenergieeinsatz um bis zu 40 % reduziert werden – bei gleichzeitig stabileren Betriebskosten und höherer ESG-Konformität.
Klimaneutrale Gewerbegebiete entwickeln sich damit vom vermeintlich rein ökologischen Projekt zu aktiver Standort- und Strukturpolitik.

Lösungsbausteine für eine klimaneutrale Standortentwicklung (eigene Darstellung)
Gemeinsam neue Wege entwickeln
Für Kommunen eröffnet sich die Chance, Gewerbegebiete stärker als Energie- und regionalen Energiesystemen.
Für Standortentwickler und Landesentwicklungsgesellschaften bedeutet dies, Energie- und Klimastrategien bereits in der Konzept- und Erschließungsphase mitzudenken.
Und für Investoren sowie Betreiber von Gewerbegebieten werden resiliente und planungssichere Energiesysteme zunehmend zu einem entscheidenden Faktor für langfristige Standortqualität und wirtschaftliche Stabilität.
Die Transformation von Gewerbegebieten ist daher weit mehr als eine technische Aufgabe. Sie bietet die Chance, wirtschaftliche Entwicklung, Energieversorgung und Klimaschutz neu zusammenzudenken.
Die EnergieWerkStadt® eG begleitet Kommunen, Standortentwickler und Investoren auf diesem Weg – von der Analyse über die strategische Planung bis zur Umsetzung.

System der Abwärmekaskade: Bei konsequenter Nutzung der Abwärmepotenziale kann der fossile Primärenergieeinsatz um fast 40 % gesenkt werden
Autor:innen:
Dr. Kersten Roselt, Reinhard Jäckel, Marcus Meisel, Tamina Böttcher, Christiane Büttner (EnergieWerkStadt® eG, Jena)
Hier der Link zur Ausgabe „Gewerbegebiete" der PLANERIN / SRL: https://www.srl.de/publikationen/product/view/1/204.html